Dr. Franz Uhle-Wettler
53340 Meckenheim   Heerstraße 124   Tel. 02225 6540   uhle-wettler@web.de


Lebenslauf:


Buchveröffentlichungen:

 1. Staatstheorie und Englandverehrung bei den frühen Göttinger Historikern, Dissertation (ungedr.)   

     Marburg 1957

2. Der sowjetische Marxismus, Darmstadt 1962, veröffentlicht unter dem Pseudonym Ulrich 

    Werner, um Verwandte in der DDR zu schonen

3. Der sowjetische Marxismus, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage Darmstadt 1964, 177 Seiten,   

    veröffentlicht   unter dem Pseudonym Ulrich Werner

4. Leichte Infanterie im Atomzeitalter - Die Gefahr der Übertechnisierung moderner Streitkräfte,

    Darmstadt 1966 

5. Gefechtsfeld Mitteleuropa - Die Gefahr der Übertechnisierung moderner Streitkräfte, 1. bis 3.

    Auflage München 1980, 171 Seiten

6. Höhepunkte und Wendepunkte deutscher Militärgeschichte, Mainz 1984, 345 Seiten

7. Die Gesichter des Mars - Der Krieg im Wandel der Zeiten, Erlangen 1989, 165 Seiten

8. Erich Ludendorff - Soldat, Stratege, Revolutionär - Eine Neubewertung, 1. Auflage Berg 1995, 2.

   Auflage Berg 1996, 503 Seiten

9. Alfred von Tirpitz in seiner Zeit, Hamburg, Mittler, 1998, 499 Seiten

10. Höhepunkte und Wendepunkte deutscher Militärgeschichte, 2. erweiterte Auflage Hamburg ,  

      Mittler, 2000, 312 Seiten

11. Der Krieg - Gestern, heute - und wie morgen? Hamburg, Mittler, 2001, 206 Seiten

12. Arnold Harvey und Franz Uhle-Wettler: Kreta und Anheim - Die größten Luftlandeschlachten des

     Zweiten Weltkriegs, Graz, Ares, 2004, 287 Seiten

13.Rührt Euch - Weg, Leistung und Krise der Bundeswehr, Graz, Ares, 2006, 242 Seiten

14. Höhepunkte und Wendepunkte der deutschen Militärgeschichte, 3. überarbeitete und erweiterte

    Auflage, Graz, Ares, 2006, 416 Seiten

15. Alfred von Tirpitz in seiner Zeit, 2.Auflage Graz, Ares, 2008, 599 Seiten

16. Trevor Dupuy: Der kriegerische Genius - Das deutsche Heer und der Generalstab 1807-1945,    

      übersetzt  von Franz Uhle-Wettler, Graz, Ares,  2009, 440 Seiten

 

Zu Nr.2 und 3:  In der Zeit des heraufziehenden ideologischen Umbruchs der 1968er Jahre gab es auf dem deutschen Büchermarkt zum sowjetischen Marxismus fast nur fromme Traktätchen oder umfangreiche Studien. Aber es gab kaum etwas, das dem philosophisch ungeschulten, aber politisch interessierten Leser darlegte, was in der Sowjetunion und in der DDR

- als Marxismus-Leninismus gelehrt werden  musste

- wie diese Lehren gemäß offiziellen Darstellungen in der politischen Praxis angewendet wurden

- und was sich dafür und dagegen sagen ließ.

Die “Bundeszentrale für politische Bildung” wurde auf die erste Auflage, eine Broschüre von 150 Seiten aufmerksam. Sie schlug einige Erweiterungen vor und verteilte dann eine 2.Auflage.

 

Zu Nr.4 und 5.: Nr. 5 fußt auf Nr. 4. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Kriegsgeschichte zeigte die Studie auf, dass die Bundeswehr hervorragend für einen Panzerkrieg in offenem Gelände geeignet war, nicht jedoch für das mitteleuropäische Gelände, wo Wälder,  Mittelgebirge, Dörfer, Städte und Industrieräume eine starke Infanterie fordern. Folglich schlugen beide Studien vor, Panzerbrigaden  in Infanteriebrigaden umzubilden und machten hierzu Vorschläge für Personalstärke, Gliederung, Bewaffnung, Ausrüstung und Taktik.

 

     Nr. 4 wurde in der Presse positiv bewertet und fand in der Truppe viel Interesse, aber das Verteidigungsministerium schwieg.  Von Nr.5 wurden drei Auflagen notwendig; sie wurde in der Öffentlichkeit weithin diskutiert. Aber im Verteidigungsministerium löste sie schärfste Kritik und zudem Ärger aus, da die Forderung nach mehr Infanterie vom Kommandeur der Lehrbrigade des Heeres und damit auch vom Kommandeur einer Panzerbrigade kam. Der Laufbahn des Autors hat’s zeitweilig nicht unbedingt gut getan; doch das war  schon vorher abzusehen gewesen. Einzelheiten schildert Nr.13.

 

Zu 6., 10 und 14: Nr. 6 beschrieb sechs Schlachten: Leuthen 1757, Valmy 1792, Waterloo/Belle Alliance, Vionville/Mars-la-Tour 1870, Tannenberg, Westfeldzug 1940 und Stalingrad.            Schlachtbeschreibungen degenerieren leicht zur Beschreibung einer Massenprügelei. Hier wurde jedoch versucht darzulegen, was diese Schlachten  hinsichtlich Menschenführung, Taktik sowie des Verhältnisses Politik-Militär zeigen und lehren können. Dabei kam Nr.6 zu politisch so inkorrekten Schlüssen, dass der höchste NATO-General Anstoß nahm, doch der Verteidigungsminister deckte nach sorgfältiger Untersuchung der Spitzen des Ministeriums den Autor. Einzelheiten berichtet Nr.13. Nr.10 ist eine überarbeitete Auflage der Nr.6, ergänzt um die Schlacht um Kreta 1941; Nr.14 ist eine wiederum  überarbeitete Auflage, ergänzt durch die Seeschlacht am Skagerrak 1916.

 

Nr.7 ist eine Vorstufe von Nr.11. Letztere untersucht, wie vergangene Epochen, wie alte Kulturvölker und wie große Denker den Krieg bewertet haben. Sie fragt mithin, wann Menschen bedacht haben, ob Krieg überhaupt sein darf, wie sie den Krieg gerechtfertigt oder verurteilt und wie sie den Frieden bewahrt oder wiederhergestellt haben.  Die Studie betrachtet zuerst die europäische und außereuro-päische Antike, durchstreift die folgenden Epochen, führt zur Gegenwart und schließt mit dem Versuch abzuleiten, was sich aus vergangenen Kriegen  und Friedensbemühungen erkennen und lernen lässt.

 

Nr.8 schildert Leben und Denken Erich Ludendorffs, der bei Kriegsbeginn 1914 ein namenloser und einer der jüngsten von etwa 475 Generalen des deutschen Heeres, aber zwei Jahre später so mächtig war, dass manch ein Historiker ihn als Diktator bezeichnet hat. Wiederum zwei Jahre später wurde er sang- und klanglos abgesetzt. In der frühen Weimarer Zeit versuchte er, auch  zusammen mit Hitler, Deutschland “zu erneuern”, stand aber bald in offener Feindschaft zum Diktator. Die pseudoreligiösen Gedanken Ludendorffs werden nur gestreift, da sie dem Autor zu fremd geblieben sind.

 

Nr.9 und Nr.15, eine überarbeitete 2.Auflage von Nr.9, sind mit Ausnahme eines Bändchens von Michael Salewski die einzige Biographie des  Erbauers der Flotte des späten Kaiserreichs..  Die Studie untersucht vor allem das, was den Admiral heute noch interessant macht: War die deutsche Flotte ein Instrument der Abschreckung oder forderte sie Englands Seeherrschaft heraus, zwang England mithin in den französisch-russischen Block und schuf so die Kräftelage, der Deutschland 1918 unterlag? Die erste Auflage wurde sogar von Rudolf Augstein in Der Spiegel und auch andernorts wohlwollend besprochen.. Doch aus dem historischen Establishment kamen überaus kritische Stimmen, die wohl auch von der politischen Korrektheit bestimmt waren und mit politischen Vorwürfen (“unterschwellig rechtslastig” usw. usw.)  nicht sparten. Der Verfasser bedauert einen Fehler. Er hätte der 2.Auflage die schärfste der negativen Rezensionen  (M. Epkenhans, Hist. Zeitschrift 2000) als Anlage beifügen sollen.

 

Zu Nr.12: Die Darstellung der Schlacht um Kreta 1941 stammt von F.Uhle-Wettler, die Darstellung der Schlacht um Arnheim 1944 von A.Harvey, einem Briten. Diese Schlachten sind deshalb ungewöhnlich interessant, weil aufgrund des Kräfteverhältnisses die Deutschen beide Schlachten  nur rasch verlieren konnten. Doch Kreta war ein deutscher Sieg und bei Arnheim gewannen die Briten  zwar Raum, nicht aber den angestrebten strategischen Erfolg. Das erlaubt die Frage nach den Ursachen dieses deutschen Sieges und nach den Ursachen militärischer Siege überhaupt.

 

Nr.13 gibt eine Innenansicht der Bundeswehr aus den Jahren 1956-1987, nicht etwa eine militärische Biographie des Autors. Veröffentlicht werden Briefe, dienstliche Stellungnahmen, Befehle usw. aus jenen Jahren, gelegentlich mit Kommentaren aus heutiger Sicht. Die Studie schildert mithin Tatsachen und das Denken vieler Offiziere “vor Ort“, die  in offiziellen Verlautbarungen damals und in den heutigen Hochglanzbroschüren  kaum zu finden sind. Auch wer fragt, was jene Offiziere dachten und empfanden, die sich mit der atomaren Kriegführung zu beschäftigen hatten, und wie sie versuchten, trotz aller personellen sowie materiellen Mängel und des weit verbreiteten Desinteresses das militärische Können zu pflegen, findet manchen Hinweis.

 

Schließlich zu Nr. 16: Der Verfasser war einer der bekanntesten US Militärhistoriker, Oberst, und Militärgeschichtslehrer an der berühmten Offizierakademie Westpoint. 1977 veröffentlichte er eine Studie, die in den USA ungewöhnliches Aufsehen erregte und bald “Book of the Month”  des Historical Book Clubs wurde. Sie versuchte nachzuweisen, dass und warum die deutschen Heere 1807-1945  militärisch die besten der Welt und auch dem amerikanischen Heer überlegen gewesen sind. Damit war dem Buch in der Bundesrepublik ein erstaunliches Schicksal beschieden, das im Vorwort dieser Übersetzung geschildert wird.  Um das Buch auf den neuesten Stand zu bringen, waren zahlreiche A.d.Ü., Anmerkungen des Übersetzers erforderlich, sodass diese Übersetzung fast einer kommentierten Ausgabe ähnelt.